Mit dem KNAUS BOXSTAR CUV von Deutschland bis nach Thailand

Mit dem CUV über Land von Deutschland bis nach Südostasien fahren? Das geht, verraten uns Christina Denk und Dirk Stöcker. Die beiden reiselustigen Wahl‐Hamburger haben sich 2019 im KNAUS BOXSTAR 540 auf den Trip ihres Lebens begeben. Ein unvergessliches Abenteuer in der Ferne – das bis heute andauert!

“Bitte was? Ihr wollt mit eurem CUV bis nach Thailand fahren? Das geht doch gar nicht!‟ Diese oder ähnliche Reaktionen haben wir vor unserer Reise häufig gehört. Doch wir haben uns nicht davon abhalten lassen. Und nach Monaten der Vorbereitung war es im Mai 2019 endlich soweit: Wir tauschen sichere Jobs und Wohnung gegen Freiheit und Leben im BOXSTAR. Los geht’s!

Unser Plan: Wir wollen die alte Seidenstraße entlang fahren. Von Europa über Süd‐ und Zentralasien bis nach China. Von dort nach Südostasien und in einem großen Bogen über die Mongolei und Russland zurück bis nach Deutschland. 13 Monate haben wir dafür eingeplant. Wird es genau so kommen: nein. Werden wir unsere Reise wegen COVID‐19 letztlich in Thailand abbrechen müssen: ja, leider. Wird es trotzdem das Abenteuer unseres Lebens: Absolut!

Europa lassen wir verhältnismäßig schnell hinter uns. Etwa vier Wochen verbringen wir hier und fahren dabei über Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien bis nach Griechenland. Unterwegs finden wir traumhafte Stellplätze direkt am Meer, erkunden UNESCO‐Weltnatur‐ und Weltkulturerben (u. a. die Plitvice Seen in Kroatien und die Meteora Klöster in Griechenland) und gewöhnen uns langsam aber sicher an das Vollzeit‐Leben ’on the road’.

Schon jetzt empfinden wir unsagbares Glück und Freiheit. Und in dem Wunsch, dass dieses Gefühl niemals enden mag, wären wir in all den bereits genannten Ländern auch gerne länger geblieben. Aber der Großteil der Strecke liegt ja nunmal noch vor uns. Und so verlassen wir an einem heißen Juli‐Tag unseren heimischen Kontinent und reisen ein in ein Land, das wie kein Zweites den Übergang zwischen Europa und Asien verkörpert: die Türkei.

Die Türkei

Wir erleben eine Türkei, von der wir nicht wussten, wie wunderschön und abwechslungsreich sie ist. Zunächst verbringen wir mehrere Tage in der Multi‐Millionen‐Metropole Istanbul, erkunden ihre imposante Altstadt, schippern mit einer Fähre über den Bosporus und kehren allabendlich in unsere eigenen vier Wände auf vier Rädern zurück, die wir etwas außerhalb der Stadt auf dem Parkplatz eines Kongresszentrums geparkt haben.

Nach einer Woche verlassen wir die Großstadt und erkunden im Westen der Türkei Ruinen aus der Antike; im Süden baden wir an traumhaften Stränden; im Landesinneren stehen wir frühmorgens auf, um hunderte von Heißluftballons zu bestaunen, die über den einzigartigen Gesteinsformationen von Kappadokien in den Himmel steigen. Und im Osten der Türkei erleben wir zum ersten Mal die schier endlose Weite einer Steppenlandschaft, die hier bis zum Horizont ragt.

Mit der Einreise nach Georgien kommen wir anschließend endgültig in Vorderasien an. Die Bergstraßen auf bis zu 1.700 Meter meistert unser BOXSTAR mühelos. Doch wir wollen noch höher hinaus und beginnen in der Wanderdestination Mestia damit, uns langsam Kondition für unsere für das Ende des Jahres geplante, ausgiebige Himalaya‐Wanderung in Nepal anzutrainieren.

Nach einem kurzen Besuch in der teilweise sehr futuristisch anmutenden georgischen Hauptstadt Tiflis, einem weiteren Ausflug in das Kaukasus‐Gebirge und der Durchquerung Armeniens wartet im Anschluss ein ganz besonderer Reiseabschnitt auf uns: drei Wochen Iran.

Der Iran

Ein Blick auf die Weltkarte offenbart, dass Iran ja eigentlich gar nicht so weit weg von Deutschland ist (wer es drauf anlegt, kann in zwei Autofahr‐Tagen hier sein).  Aber Iran ist trotzdem das erste Land auf unserer Reise, das uns wirklich das Gefühl gibt, schon ganz schön weit gen Osten gefahren zu sein. Und doch fühlen wir uns hier auf Anhieb absolut wohl. Die Gastfreundschaft, die uns hier entgegengebracht wird, ist wirklich unglaublich. Immer wieder winken uns Einheimische euphorisch zu, sprechen uns auf der Straße interessiert an und erkundigen sich nach unserem Wohlbefinden. Wir werden beschenkt, zu Tee und Abendessen eingeladen und machen trotz der Sprachbarriere wahnsinnig viele beeindruckende Erfahrungen.

Doch nicht nur die Menschen beeindrucken uns – auch die (kulturellen) Bauwerke. Die Hauptstadt Teheran strotzt nur so vor imposanten Gebäuden, Palästen und Museen. In Kashan, Isfahan und Schiraz besuchen wir Moscheen, deren Schönheit ihresgleichen sucht.

Dazwischen durchqueren wir Wüsten, in denen die Temperaturen weit über 40°C liegen (und freuen uns beim Tanken darüber, dass hier Diesel umgerechnet nur etwa 5 Cent pro Liter kostet).  Iran, wir kommen wieder – nur nächstes Mal vielleicht nicht im Hochsommer.

Turkmenistan

Ob wir unser nächstes Reiseziel, Turkmenistan, überhaupt bereisen dürfen oder ob wir über Pakistan ausweichen müssen, erfahren wir erst wenige Tage vor unserer geplanten Einreise. Denn erst dann bekommen wir Bescheid, ob unser Visa‐Antrag für Turkmenistan zugelassen oder – wie leider so häufig in diesem extrem abgeschotteten Land – ohne klar erkennbaren Grund abgelehnt wurde.

Aber wir haben Glück: wir dürfen einreisen! Zwar dürfen wir nur fünf Tage im Land verweilen, müssen einer vorher definierten Route folgen und dabei einen GPS‐Tracker im Fahrzeug mitführen, aber wir sind dennoch froh. Turkmenistan zu bereisen ist nämlich etwas ganz Besonderes. Die Hauptstadt Ashgabat erschlägt uns beinahe mit ihren unzähligen imposanten Gebäuden aus weißem Marmor.

Überall stehen monumentale Bauwerke, prächtige Denkmäler und Abbilder des Präsidenten. Auch ein Olympiastadion gibt es hier. Fast alles davon ist jedoch mehr Schein als Sein. Viele Gebäude sind lediglich Fassaden hinter denen gähnende Leere herrscht, wie uns ein Mitarbeiter der Botschaft des Vatikans in Ashgabat, den wir durch Zufall kennenlernen, erklärt.

Wir übernachten unter anderem unterhalb des größten Indoor‐Riesenrads der Welt und einen Tag später am Rande des Derweze Gaskraters, der auch als Tor zur Hölle bezeichnet wird. In den 1980er Jahren wurde hier Gas gefördert, als plötzlich an mehreren Stellen die Erde einbrach und sich so mehrere große Krater bildeten. Um das Gas loszuwerden hat man sich überlegt, es einfach abzubrennen. Heute, über 40 Jahre später, brennt es immer noch. Ein sehr skurriler Anblick – vor allem nachts.

Auch das nächste Land unserer Reise fasziniert uns sehr. Wenn es ein Land gibt, in dem die Moscheen und Paläste noch größer und imposanter sind als im Iran, dann ist es wohl Usbekistan. Vor allem der Registan Palast in der usbekischen Stadt Samarkand – ihrerseits ein bedeutendes Drehkreuz der alten Seidenstraße – ist beeindruckend. Aber auch die Städte Xiva und Bukhara sind absolut eine Reise wert.

Der Pamir Highway

Und dann ist es soweit: wir erreichen Tadschikistan mit seinem berühmt berüchtigten Pamir Highway. Die M41, wie der Pamir Highway offiziell heißt, ist die zweithöchste Fernstraße der Welt – nur knapp hinter dem Karakorum Highway zwischen China und Pakistan, der wenige Wochen später auch noch auf unserer Route liegt. Auf 1.250 km verbindet der Pamir Highway die Hauptstadt Tadschikistans, Duschanbe, mit dem in Kirgisistan gelegenen Osch. Auf dem Weg dorthin durchquert man das Pamir Gebirge, kann bis nach China schauen, die hohen Berggipfel Pakistans bewundern und Dorfbewohnern in Afghanistan zuwinken.

Der Pamir Highway ist eine sehr herausfordernde Straße – für Mensch und Maschine. Er wird zwar „Highway‟ genannt und ist tatsächlich eine der wichtigsten Transportrouten Zentralasiens, jedoch ist er über weite Strecken kaum mehr als eine Schotterpiste. Über hunderte Kilometer muss man sich mühsam seinen Weg über den holprigen Untergrund bahnen, tiefe Schlaglöcher umkurven, Engstellen vorbei an tiefen Klippen meistern und stets hoffen, dass in dieser abgelegenen Region kein Erdrutsch den Weg versperrt oder Regenfälle ganze Teile der Straße weggespült haben.

Und dann sind da natürlich noch die Steigungen: drei hohe Bergpässe mit jeweils über 4.000 Metern sind zu überwinden. Der höchste von ihnen, der Ak‐Baital‐Pass, hat sogar eine Höhe von 4.655 Metern (zum Vergleich: der höchste Punkt ganz Europas ist der Gipfel des Mont Blanc mit 4.810 Metern – und da kann man meines Wissens nicht unbedingt mit dem Auto hochfahren).  Klar ist also: Es wird steil und es wird hart.

Aber zwei Wochen später wissen wir: Unser BOXSTAR kann auch solche Straßen meistern! Wir sind begeistert – nicht nur von unserem treuen CUV, das uns stets ein Zuhause war und das uns an Orte gebracht hat, die viele Leute im Vorfeld für unerreichbar mit einem solchen Fahrzeug gehalten haben, sondern auch von der unbeschreiblichen Natur Tadschikistans.

Wir haben in diesem beeindruckenden Land auf einem verlassenen Helikopterlandeplatz an einem türkisblauen Bergsee übernachtet, sind über hunderte Kilometer an der afghanischen Grenze entlang gefahren, waren in einem der höchsten Gebirge der Welt wandern und haben auf dem Pamir Highway die zweithöchste befahrbare Landesgrenze der Welt (Tadschikistan nach Kirgisistan) überquert.